Sitzung der Koordinierungsgruppe Pandemie im Landratsamt

10. September 2020 : Am Mittwoch, den 09.09.2020 trat die Koordinierungsgruppe Pandemie nach den Ferien routinemäßig im Landratsamt Dachau zusammen.

Landrat Stefan Löwl dankte allen Beteiligten, die während der „Sommerpause“ die Entwicklungen im Landkreis verfolgt und die auftretenden Infektionsfälle bearbeitet sowie das Bayerische Testzentrum im Markt Indersdorf organisiert und aufgebaut haben. Die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Fachbereiche, anderer Behörden, der Rettungs- und Hilfsdienste sowie aus dem Gesundheitssektor, einen kurzen Rückblick über die letzten Wochen sowie zum aktuellen Stand.

Das Gesundheitsamt verzeichnete neben dem Hotspot in einem Alten- und Pflegeheim in Karlsfeld keine besonderen Infektionshäufungen. Die Zahl der täglichen Infektionsfälle hält sich derzeit im unteren einstelligen Bereich und ist überwiegend auf Reiserückkehrer aus dem Balkan und zuletzt auch aus Österreich, Frankreich, Griechenland und Spanien zurückzuführen.

In dem seit 31.08. in Betrieb befindlichen Testzentrum in Markt Indersdorf sind zwischenzeitlich über 1.000 Personen getestet worden. Bislang wurden dort glücklicherweise nur sieben Personen positiv getestet, wobei einige davon nicht aus dem Landkreis Dachau stammen. Für die im Bayern- und Deutschlandvergleich nach wie vor vergleichsweise hohen Infektionszahlen im Landkreis sind nach Evaluation der Fälle keine spezifisch-örtlichen Infektionsfaktoren ersichtlich. Auffallend ist aber, dass wir im Landkreis Dachau mit unserem Testzentrum und den Testungen bei den niedergelassenen Ärzten sowie im Klinikum mit zuletzt insgesamt deutlich über 3.000 Tests/Woche im Deutschlandvergleich auch eine deutlich höhere Testrate als der Bundesdurchschnitt haben.

In den Praxen der niedergelassenen Ärzte läuft der Betrieb zwischenzeitlich wieder nahezu wie in den Vor-Corona-Zeiten. Auch in den Helios-Amper-Kliniken steigen die allgemeinen Patientenzahlen wieder, es befinden sich derzeit aber auch wieder 15 Covid-Patienten in Behandlung, nachdem es über den Sommer auch einige Wochen lang keinen einzigen Covid-Patient im Haus gab. Alle Experten in der Koordinierungsgruppe betonen, dass es nach wie vor äußerst wichtig ist, die Hygienekonzepte und insb. die allgemeinen Verhaltenshinweise, die Trennung von Personengruppen sowie die Erfassung von Kontakten, vor allem in medizinischen Einrichtungen, aber auch bei Veranstaltungen, im Restaurant und am Arbeitsplatz, konsequent einzuhalten.

Im Klinikum wie auch in den Praxen sowie in Alten- und Pflegeheimen gelten daher auch nach wie vor Besuchsbeschränkungen und spezifische Hygienemaßnahmen, so wird beispielsweise bei allen Patienten im Krankenhaus eine Routine-Eingangstestung vorgenommen. Dadurch wurden gerade in den letzten Tagen vier, bis dahin unbekannte Infektionen festgestellt. Nur durch solche Maßnahmen, vorsorgliche Quarantänen und spezifische Schutzmaßnahmen kann eine Verbreitung in besonders gefährdeten Bereichen verhindert oder zumindest eingegrenzt werden.
Laut dem Schulamt ist der Start ins neue Schuljahr weitgehend sehr reibungslos verlaufen. Die Schulen haben sich während der Ferien gut auf die Situation eingestellt. Die im ÖPNV und den Schulbussen sowie auf dem Schulgelände und aktuell auch im Unterricht der weiterführenden Klassen geltende Maskenpflicht ist zwar belastend, wird jedoch äußerst diszipliniert eingehalten. Beim Schulamt sind jedoch zahlreiche Anfragen von Eltern eingegangen, wie ihre Kinder von der Maskenpflicht befreit werden können. Dies ist nur mit einem entsprechenden ärztlichen Attest möglich, wobei ausnahmslos alle medizinischen Experten der Koordinierungsgruppe dazu eigentlich keinen Spielraum sehen. Sollte eine gesundheitliche Vorbelastung – z.B. wegen einer Atemwegserkrankung - bei einem Schüler bestehen, welche das Tragen einer Maske verhindert, dürfte bzw. sollte der Schüler aufgrund dieser Indikation eigentlich aktuell gar nicht am Unterricht teilnehmen, insb. nicht ungeschützt ohne Maske. Diese Einschätzung gilt als Empfehlung im Übrigen für alle gesundheitlich vorbelasteten oder gefährdeten Personen: Wer aus medizinischen Gründen generell keine Maske tragen kann, sollte jede Art von Menschenansammlung, aber auch Fahrten im ÖPNV oder Einkäufe vermeiden. Bei Problemen können sich Betroffene an die Nachbarschaftshilfen, die Gemeinden oder natürlich kommerzielle Dienstleister (z.B. Lieferdienste) wenden.

Neben den Covid-Entwicklungen wurde auch die beginnende Grippezeit diskutiert. Die Gesundheitsexperten raten dazu, alle Kinder und Jugendlichen sowie besonders exponierte Berufsgruppen wie Lehrer, Mitarbeiter im Gesundheitsbereich oder mit vielen Kontakten in den nächsten Wochen gegen Influenza impfen zu lassen. Die Symptome ähneln denen einer Corona-Infektion und nur so könnte der regelmäßig im Herbst auftretenden Influenzawelle entgegengewirkt und Corona-Infektionen besser erkannt werden. Mit über 21 Millionen Impfdosen steht in diesem Jahr deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung. Trotzdem sollten die besonders betroffen oder gefährdeten Personengruppen vorrangig geimpft werden.

Die Koordinierungsgruppe behält die Entwicklung der Corona-Infektionen weiterhin im Blick, um insb. bei einem nachhaltigen Anstieg der 7-Tage-Inzidenzzahlen umgehend zu reagieren. Wie von der Staatsregierung vorgegeben, soll ein erneuter flächendeckender Lock Down vermieden werden. Das Gesundheitsamt sowie das Landratsamt haben diverse Szenarien und Maßnahmen vorbereitet, um ggf. umgehend zielgenau reagieren zu können. Ein Automatismus von Maßnahmen und Beschränkungen ist nach Einschätzung der Experten jedoch nicht geeignet, auf die deutlich unterschiedlichen Ausbruchszenarien fachlich sinnvoll sowie rechtlich korrekt zu reagieren. Alle Mitglieder der Koordinierungsgruppe raten und bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die Situation weiterhin ernst zu nehmen und die allgemeinen „AHA-Regeln“ (=Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) einzuhalten.
Allgemeine Informationen, die weitere Entwicklung im Landkreis sowie ggf. notwendige Maßnahmen stehen im Internet unter www.landratsamt-dachau.de/coronavirus und werden regelmäßig sowie zeitnah über die sozialen Medien kommuniziert.

Bis zum heutigen Donnerstag (Stand 16.30 Uhr) wurden insgesamt 1165 Corona-Fälle im Landkreis gemeldet, 1080 davon gelten bereits als genesen, 53 Personen gelten aktuell als infiziert. 32 Menschen sind in Zusammenhang mit Corona verstorben. Zudem befinden sich derzeit 216 Kontaktpersonen der Kategorie 1 in häuslicher Quarantäne.

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