Aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie am 28.10.2020

28. Oktober 2020 : + 7-Tage weiterhin knapp unter dem Schwellenwert zur Stufe „dunkelrot“ auf der Bayerischen Corona-Ampel + Koordinierungsgruppe Pandemie tagt im Landratsamt

Auch am heutigen Mittwoch wird der Landkreis Dachau vom Gesundheitsministerium weiterhin im Bereich „rot“ gem. der Bayerischen Corona-Ampel gelistet. Dies bedeutet, dass nach wie vor die inzidenzbezogenen Maßnahmen und Beschränkungen gem. §§ 24, 25 der 7. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (IfSMV) gelten.

Die wichtigsten Maßnahmen und Beschränkungen im Überblick:

  • Maximal fünf Personen oder 2 Hausstände bei Kontakten, privaten Feiern und im öffentlichen Raum
  • Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten sowie in den Schulen bei allen Jahrgangsstufen auch am Platz
  • Sperrstunde ab 22 Uhr, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 22 Uhr, Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen ab 22 Uhr

Die Regelungen im Detail sind der aktualisierten 7. IfSMV zu entnehmen. Weitere Informationen zu den aktuell geltenden Corona-Regeln gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter www.Landratsamt-dachau.de.

Die Koordinierungsgruppe Pandemie – ein gesetzlich vorgesehenes Beratungsgremium, welches das Landratsamt bei allen Fragen der Pandemiebekämpfung mit fachlichen Einschätzungen unterstützt und auch eine koordinierende Funktion aller lokalen Akteure hat – traf sich heute erneut im Landratsamt Dachau, um die aktuellen Entwicklungen zu bewerten und grundlegende Themen sowie einzelne Fragestellungen zu diskutieren.

Neben der Analyse der Entwicklungen in den letzten beiden Wochen im Landkreis sowie der Region lag das Hauptaugenmerk in der Bewertung der vorliegenden Prognosen sowie – vor dem Hintergrund der gleichzeitig stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz bei Bundeskanzlerin Merkel – den möglichen und notwendigen zusätzlichen Maßnahmen und Beschränkungen. Der Inzidenzwert liegt im Landkreis Dachau seit 18.10.2020 bei über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen, nach den eigenen Berechnungen des Dachauer Gesundheitsamts aktuell (Stand: 28.10.2020 um 16h30) bei 94,90 und nähert sich der nächsten Stufe „dunkelrot“ gem. der Bayerischen Corona-Ampel.

Die Koordinierungsgruppe Pandemie beschäftigte sich daher auch mit möglichen weiteren Maßnahmen und Beschränkungen, sollte die Inzidenz den Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen überschreiten. Neben den in § 26 der 7. IfSMV vorgesehenen Beschränkungen, insb. einer Teilnehmer-/Zuschauerobergrenze von 50 Personen bei Veranstaltungen inkl. Sportveranstaltungen, soll im Landkreis Dachau per Allgemeinverfügung eine Maskenpflicht an besonders stark frequentierten öffentlichen Bereichen angeordnet werden. Hierzu zählen neben Teilen der Dachauer Altstadt und die Münchner- sowie Bahnhofstraße in Dachau auch der Bereich um die Bahnhöfe in Markt Indersdorf und Karlsfeld sowie die Münchner-, Garten- sowie Rathausstraße mit der Neuen Mitte in Karlsfeld.

Auch die aktuelle Testsituation wurde diskutiert: Aufgrund der großen Zahl von Testungen kommt es aktuell bei allen Laboren zu Verzögerungen bei der Testauswertung. Dies bedeutet nicht nur eine längere Unsicherheit bei den betroffenen Personen, sondern insb. auch einen problematischen Zeitverlust bei der Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten. Das Landratsamt Dachau kann – auch aufgrund der zusätzlichen personellen Verstärkung – zurzeit zwar noch alle Infektionsfälle und möglichen Kontaktpersonen ermitteln, allerdings natürlich nur, wenn ein positives Testergebnis (sog. Indexfall) auch vorliegt. Dr. Christian Günzel, Ärztlicher Koordinator KVB Landkreis Dachau und Koordinator des Landkreises für das Testzentrum in Markt Indersdorf, steht im engen Austausch mit dem Labor. Die zwischenzeitlich vorliegenden Schnelltests konnten bei den ersten Einsätzen noch keine befriedigenden Ergebnisse liefern. Die medizinischen Vertreter aus allen Bereichen werden hier in den kommenden Wochen nun intensive Erfahrungen sammeln, um die Anwendbarkeit und Zuverlässigkeit der Schnelltests belastbar abschätzen zu können.

Ein wichtiges Thema war auch die in der aktuellen Presseberichterstattung dargestellten Probleme bei der Laborauswertung aufgrund von fehlerhaften Reagenzien. Von den insgesamt 182 positiven Tests in den vergangenen 10 Tagen kommen 45 Testergebnisse von dem betroffenen Labor. Aktuell steht aber noch nicht fest, ob überhaupt bzw. welche dieser Ergebnisse ggf. zu den fehlerhaften Chargen gehören. Auch hier ist Dr. Günzel sowie das Gesundheitsamt im engen Austausch mit dem betroffenen Labor. Möglicherweise betroffen Personen werden ggf. umgehend vom Gesundheitsamt kontaktiert.     

Die allgemeine Maskenpflicht im Unterricht am Platz gem. der 7. BayIfSMV bleibt auch bis zu den am Wochenende beginnenden Herbstferien unverändert bestehen. In den Ferien wird die Infektionsentwicklung weiter beobachtet und zum Ende der Ferien neu bewertet. Oberstes Ziel der Entscheidungsträger ist es, den Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler so lang wie möglich aufrecht erhalten zu können.

In den letzten 24 Stunden (Stand 28.10.2020, 16.30 Uhr) wurden 25 Neuinfektionen im Landkreis gemeldet. Insgesamt sind es somit 1620 Indexfäll, 1404 davon gelten bereits als genesen, 177 Personen gelten aktuell als infiziert. Zudem befinden sich derzeit 776 Kontaktpersonen der Kategorie 1 (KP1) in häuslicher Quarantäne, ein weiterer Landkreisbürger ist im Zusammenhang mit Corona verstorbenen, die Zahl erhöht sich dadurch auf 39. Der 7-Tage-Inzidenzwert beträgt nach Berechnungen des Gesundheitsamts 94,90.

Die Expositionsorte der 150 neuen Fälle in den letzten 7 Tagen (21.10. – 27.10.) waren:

1 Ansteckung in einer Kita (Index anderer LK)
7 Ansteckungen in der Arbeit
1 Ansteckung bei einer Familienfeier
47 Ansteckungen innerhalb des eigenen Haushalts
1 Ansteckung in einem Krankenhaus (KH eines anderen LK)
8 Ansteckungen bei privaten Kontakten
8 Ansteckungen bei Reiserückkehrer (Rumänien, Kosovo, Serbien, Polen, Belgien)
4 Ansteckungen in Schulen (3 Ansteckungen innerhalb einer Klasse, 1 Ansteckung innerhalb einer anderen Klasse)
73 Ansteckungen sind nicht ermittelbar