Die Orden der Salesianerinnen und der Barmherzigen Schwestern

Da die Kurfürstin die Gebäude des Klosters der Salesianerinnen in München für ein adeliges Damenstift verwenden wollte, mussten diese die nun freien Klostergebäude in Indersdorf beziehen. Den Schwestern wurde nach 1803 einen lebenslange Rente im Falle des Austritts aus dem Kloster angeboten. Sie blieben jedoch zusammen. Sie unterhielten mehrere Schulen für Mädchen und wirkten sehr siegensreich. 1831 zogen sie nach Dietramszell. Da deswegen die Klostergebäude weiterhin bewohnt waren, blieben sie fast vollständig erhalten. Indersdorf ist deswegen eine der wenigen fast völlig erhaltenen Klosteranlagen in Altbayern.

1856 kamen die Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul. Auch sie betreuten Kinder und Jugendliche. 1938 mussten sie der NSV, genannt die „braunen Schwestern“, weichen, diese 1945 der UNRRA (United Nations Relief an Rehabilitation Administration), einer von den Alliierten des zweiten Weltkrieges gegründeten Organisation zur internationalen Hilfe für die befreiten Völker. 1949 kam der Orden der Barmherzigen Schwestern zurück. 1952 erwarb er das Kloster und führte darin mehrere pädagogische Anstalten, wie Kindergarten, Hauswirtschaftsschule und eine Mädchenrealschule.

1987 erwarb die Erzdiözese München-Freising die Klostergebäude. In diesen und in den vom Landkreis Dachau erworbenen und sanierten ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäuden besteht seit 1992 in der Trägerschaft der Erzdiözese die Realschule Vinzenz von Paul für Mädchen und Knaben. Wegen Mangel an Nachwuchs verließen die Barmherzigen Schwestern 1995 das Kloster.


Zusammenfassung:

Das Kloster war stets der wirtschaftliche, geistliche und kulturelle Mittelpunkt der weiteren Umgebung. So wurde um 1180/90 der „Oberdeutsche Servatius“ verfasst, eine gereimte Heili-genlegende in der Volkssprache. Bereits im Mittelalter bestand neben der „Inneren Schule“ für die Ausbildung des eigenen Nachwuchses eine „Äußere Stelle“ für Kinder vermögender Eltern. Einige Chorherren wirkten auch als Schriftsteller, so Johannes von Indersdorf, 1382-1470, und Augustinus Michl, 1661-1751. In der Barockzeit betrieb das Chorherrenstift eine Druckerei, eine Sternwarte und eine naturwissenschaftliche Forschungsstelle mit einer gut ausgestatteten Fachbibliothek und Instrumenten für wissenschaftliche Versuche.

Die Schultradition setzten die Salesianerinnen und die Barmherzigen Schwestern fort. Aus der Mädchen-Mittelschule der Barmherzigen Schwestern ging schließlich die Realschule Vinzenz von Paul hervor.
Sie war die Voraussetzung für die Gründung des Gymnasiums, das 2001 eröffnet wurde. So war das Schicksal der Bevölkerung stets eng mit dem der Chorherren und der Schwestern verbunden.

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